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Das premiumwandern.de-Wanderblog
27. August 2010
Rheinsteig: Rheinbrohl bis Neuwied/Segendorf
Morgens um 8 Uhr wandere ich bereits los. So früh starte selbst ich normalerweise nicht. Aber heute ist es ganz gut so, denn es erwartet mich eine lange Rheinsteig-Etappe mit ca. 26 km und etlichen Höhenmetern… Daher schnüre ich nach einem zeitigen Frühstück gleich die Wanderstiefel.
Es geht zunächst durch das morgendlich-verschlafene Rheinbrohl und dann – schnauf! – gleich hinauf zur Rheinbrohler Ley. Grandiose Blicke in die Tiefe und zu beiden Seiten den Rhein hinab… schade, dass das Wetter im Moment noch ziemlich neblig-trüb ist.
Über das Plateau und schöne Wiesen erreiche ich den „Annahof“, ein Ausflugslokal. Sieht sehr nett aus, aber für eine Einkehr ist es heute noch zu früh. Auf den Koppeln des Annahofes grasen malerisch ein Esel und 2 Pferde und schauen mir hinterher.
Nach den schönen Wiesen und Ausblicken auf dem Hochplateau geht es in den Wald und dann abwärts nach Hammerstein. Dort führt mich der Rheinsteig durch die Weinberge des Ortes, bevor ein erneuter Aufstieg beginnt.
Oben angekommen bringt mich ein kleiner Abstecher direkt zur Ruine Hammerstein, welche hoch über dem Rhein liegt.
Die Aussicht ist toll, aber so alleine fühle ich mich hier gar nicht wohl, mache daher nur schnell ein paar Fotos vom runden Turm aus und bin dann schnell wieder zurück auf dem Rheinsteig.
So entgeht mir natürlich prompt, dass es auf der Ruine Hammerstein noch ein Stück höher geht und ganz oben eine Schutzhütte mit Fahne steht.
Erst beim Abstieg sehe ich das von der anderen Seite aus, schade!
Nun kommen immer öfter Weinberge, schön!
Leutesdorf liegt zum Greifen nah unter mir. Auf einer Bank in der Sonne hoch über dem Rhein gibt’s eine Apfel- und Naschpause. Schnell die Schuhe und Strümpfe aus und Beine baumeln lassen.
Ab hier lasse ich das gegenüberliegende Ufer nicht mehr aus den Augen, denn dort soll alle 110 min. der größte Kaltwassergeysir der Welt für einige Minuten zu sehen sein – spannend!
Zunächst einmal tut sich drüben aber gar nichts, und so wandere ich weiter.
Die Edmundshütte (viel gepriesener Aussichtspunkt) kann ich leider nicht ansteuern: Im Winter hat hier ein Erdrutsch den Weg verschüttet, eine Umleitung ist ausgeschildert.
Unterwegs auf dieser Umleitung höre ich dann auf einmal eine Art Grummeln, spähe durch die Büsche – und siehe da, der Geysir ist in Aktion! Nur wenige Minuten später hätte ich vom Hangweg in den Weinbergen freie Sicht auf das beeindruckende Schauspiel gehabt, aber die Natur nimmt darauf eben keine Rücksicht: Die 110 min. waren wohl gerade um. Ich sehe den Geysir also nur durch die Büsche – und freue mich trotzdem total darüber.
Richtig alpin führt ein kleiner felsiger Pfad nun oberhalb von Leutesdorf entlang und dann langsam abwärts. Nichts für Halbschuhe! Die Sicht und die Ausblicke sind nach wie vor atemberaubend. Nun liegt auch Andernach wie auf dem Präsentierteller auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Ich mache Foto um Foto… wahrscheinlich sehen nachher alle gleich aus, aber es ist einfach zu schön!
Alpin geht es auch weiter, kleine Schmugglerpfade führen auf das „Windhäuser Feld“. Wiesen, Ginster und nochmals der Blick zurück auf Andernach und den Rhein tief unter mir, bevor der Rheinsteig nun landeinwärts schwenkt: das Neuwieder Becken liegt vor mir.
Nach der Durchquerung einer kleinen Wohnsiedlung folgen weitere Wiesen, kurze Abstecher durch kleine Wälder und nach wie vor viele Ausblicke, nun auf das Neuwieder Becken mit seinen vielen kleinen Ortschaften und – unübersehbar – dem große Kühlturm am Rhein.
Schafherden und Gassi gehende Hunde und samt Besitzer begegnen mir.
An einem Rheinsteig-Wegweiser ist das talwärts zeigende Schild abgebrochen – geht es hier etwa nach Segendorf, meinem heutigen Tagesziel??
Doch erst einmal will ich ja noch zum Schloss und Museum „Monrepos“.
Dort möchte ich mir einen weiteren Stempel für mein Rheinsteig-Tagebuch holen, und außerdem soll dort der „Hahnhof“ zur Einkehr locken.
Der Abzweig vom eigentlichen Rheinsteig bringt zunächst ein weiteres Mal einen Aufstieg mit sich, der Weg führt kurioserweise mitten durch die Skihütte des hiesigen Skivereins. Also rauf die Treppe, Tür auf, durch die Hütte durchgestapft, Tür zu und weiter.
Schön, als endlich das Schloss durch die Bäume blitzt.
Den Stempel gibt es direkt an der Museumskasse. Im „Hahnhof“ (sehr gemütlich drinnen, aber leider unmotivierte Bedienung) genehmige ich mir Rhabarberstreuselkuchen und Kaffee, habe aber nicht viel Sitzfleisch und schultere bald darauf wieder meinen Rucksack.
Zurück auf dem Rheinsteig folge ich noch ein Stück den Markierungen und steige dann vom Wanderparkplatz über die Monreposstrasse direkt nach Segendorf ab. Uff, immer nur steil abwärts!
Ankunft in Segendorf: Was für ein kleines Örtchen!
Hotel Fischer sieht nett aus, hat heute aber Ruhetag. Also klingeln. Die Senior-Chefin Fischer öffnet und weist mich ein.
Mein Zimmer - € 43,00 Ü/F im Einzelzimmer - geht nach vorne zur Straße hinaus und sieht sehr gediegen aus. Das Bad ist relativ neu, und die heiße Dusche samt der Fußcreme hinterher für die strapazierten Füße ist göttlich!
Nach dem Essen nehme ich mir noch ein Glas Wein mit aufs Zimmer, schreibe Postkarten und mache es mir gemütlich, während ich mich schon auf die nächste Wanderung auf dem Rheinsteig freue.
Auf der heutigen Etappe hat der Rheinsteig seinem Namen jedenfalls alle Ehre gemacht, daher erhält die heute zurückgelegte Tour von mir auch die volle Punktzahl mit Herzchen und Sternchen.
Unbedingt empfehlenswert!
Meike Mallach
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13. August 2010
Rheinsteig: Linz bis Rheinbrohl
Ich starte zu Hause bei blauem Himmel, aber pünktlich beim Aussteigen aus dem Zug in Linz ziehen graue Wolken auf und die ersten Tropfen fallen. Mich kann das nicht schrecken, ich freue mich auf eine weitere Etappe auf dem Rheinsteig.
Die Altstadt von Linz ist niedlich. Ich schlendere ein bisschen durch die kleinen Gassen und hole mir in der Touristinfo einen Stempel für meinen Stempelausweis. Der Rheinsteig verläuft hier mitten durch den Ort, und so folge ich bald darauf dem bekannten Blau-weißem Logo aufwärts. Oberhalb von Linz steht ein Gipfelkreuz auf dem schönen Aussichtspunkt. Der Blick ins Ahrtal ist aufgrund des Wetters leider mau. Schade! Aber die „Landskrone“ erkenne ich dennoch ganz gut.
Hinter der Ortschaft „Dattenberg“ fängt es nun wirklich an zu regnen. Mein Regencape ist natürlich ganz unten im Rucksack verstaut (sehr optimistisch von mir gepackt). Das Cape muss nun heraus und kommt für einige Zeit zum Einsatz.
Im Regen sieht alles etwas trostloser aus. Dennoch ist der Rheinsteig schön und abwechslungsreich wie immer. Und natürlich geht es in gewohnter Weise ordentlich Auf + Ab. Uff! Ich bin ruck-zuck durchgeschwitzt.
Hinter Leubsdorf führt der Weg für kurze Zeit ins „Hinterland“, schöne Wiesen und Rapsfelder, sehr malerisch! Außer mir sind nur wenige andere Wanderer unterwegs. Allerdings hat sich an einer Schutzhütte ein Pärchen mit roten Rucksäcken untergestellt. Die „Roten Rucksäcke“ begegnen mir heute noch einige Male und übernachten außerdem später genau wie ich im „Jägerhof“ in Rheinbrohl, meinem heutigen Etappenziel.
Vor Bad Hönningen geht der Rheinsteig in einen Hangweg über, es folgt eine richtig tolle Allee. Kein Wunder, Schloss Arenfels ist nah!
Am Abzweig nach Bad Hönningen mache ich mir die Mühe und steige in den Ort ab. An der dortigen Touristinfo gibt es gleich 3 (!) Stempel. Das ist dann aber auch schon alles, was mir mein „Umweg“ (welcher im Übrigen auch etliche Höhenmeter Umweg bedeutet) bringt: Bad Hönningens Fußgängerzone liegt wie ausgestorben da. Dabei ist doch Montag! Vielleicht herrscht hier nur bei Sonnenschein Leben?!
Ich keuche aufwärts zurück zum Ausgangspunkt. Die darauffolgende Strecke durch Weinberge ist schön und führt am Hang entlang immer mit Blick auf Bad Hönningen und das romantisch anmutende Schloss Arenfels. Die nächste Bank ist meine!
Also Schuhe und Strümpfe aus und Beine und Seele baumeln lassen. Außerdem hab ich Hunger, ein kleines Picknick ist angesagt.
Wenig später habe ich wieder die „Roten Rucksäcke“ vor mir - - und überholt.
Rheinbrohl liegt nun schon zum Greifen nahe, vorher muss jedoch laut Rheinsteig-Markierungen nochmals ein Bogen geschlagen werden - - inklusive knackigem Aufstieg. Dieser Aufstieg führt zwar zunächst ganz herrlich durch tolle Wiesen, nur geht es anschließend in den Wald und wird gruselig (finde ich jedenfalls). So einsam!
Es kommt ein Haus in Sicht – und entpuppt sich dann doch nur als Ruine.
Endlich der Abstieg nach Rheinbrohl, uff, geschafft.
Jetzt muss ich nur noch mein Hotel, den „Jägerhof“ finden. Ich trabe endlos die Hauptstraße entlang. Da, endlich der „Jägerhof“… Meine „Roten Rucksäcke“ stehen ebenfalls schon vor der Tür. Der nächste Regenschauer zieht schwarz auf.
Der Jägerhof ist ziemlich schräg. In der Gaststube hängen (passend zum Namen) Geweihe und ausgestopfte Tiere an den Wänden, das „Highlight“ sind vier Skat spielende Eichhörnchen. Wer’s denn mag… Der Wirt ist allerdings sehr nett und kredenzt mir nach der schönen Wanderung erst einmal einen kühlen Weißwein an der Theke.
Abends gibt es Schnitzel mit Pommes und Salat und später noch ein sehr nettes Palaver mit den „Roten Rucksäcken“ am Nebentisch (Muriam und Axel), welche ebenfalls für einige Tage am Rheinsteig unterwegs sind.
Die Nacht ist pieps-ruhig. Vom Bett aus habe ich einen schönen Blick auf die beleuchtete Burg Rheineck am gegenüberliegenden Ufer…
Schöne Träume sind am traumhaften Rheinsteig eben inklusive!
Meike Mallach
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21. April 2010
Rheinsteig: St. Goarshausen bis Kaub
Der Rheinsteig lockt sicherlich zu allen Jahreszeiten, aber im Frühling finde ich ihn besonders schön. Ich bin unterwegs auf der „Königsetappe“ zwischen St. Goarshausen und Kaub – und das bei Kaiserwetter im Monat Mai.
In morgendlicher Kühle beginnt mein Aufstieg aus St. Goarshausen hinauf zum Dreiburgenblick. Ein bisschen muss ich mich schon recken, um von hier alle drei Burgen „Katz“, „Maus“ und Rheinfels zu sehen.
Weiter geht's durch eine kleine Siedlung und über Felder zur „Loreley“ – dem Besuchermagneten im Rheintal!
Das merkt man auch sofort an dem extra gebauten Besucherzentrum sowie dem großen Parkplatz, welcher die ganzen Touristen-Busse aufnehmen kann. Für das Besucherzentrum bin ich heute morgen noch zu früh, es öffnet erst in einer halben Stunde. Daher also auf zum „Ausguck“ auf dem Loreley-Felsen.
Wie im Werbeprospekt breitet sich das grandiose Rheintal-Panorama unter mir aus. Das ist schon ein schönes Fleckchen Erde hier!
Kein Wunder, dass so viele Besucher herkommen. Andererseits warten gerade auf dem kommenden Streckenabschnitt noch etliche spektakuläre Aus- und Tiefblicke auf mich. Bevor also die Busse heranrollen, trabe ich weiter.
Hinter der Loreley führt der Rheinsteig durch Weinberge und Wiesen, die im Wanderführer beschriebenen Aussichtspunkte reihen sich aneinander, immer wieder erwartet mich eine andere Perspektive. Da möchte man am liebsten nur stehen und schauen.
In der Mittagshitze wird es anstrengend – und gerade jetzt ist nirgendwo eine Einkehrmöglichkeit in Sicht, schade. In der prallen Sonne geht es sehr steil und steinig eine Art Schlucht hinunter (Gott sei Dank nicht hinauf!) und nach Überquerung eines kleinen Bachlaufes auf der anderen Seite wieder hinauf – im Schatten, wie praktisch! Jetzt mache ich erstmal Pause mit Rucksackverpflegung.
Der Weg schlängelt sich am Hang entlang durch knubbeligen Kiefernwald, später wird es sogar
richtig alpin: ein toller Felsenpfad
führt mich hinauf auf den „Rossstein“ mit atemberaubendem Blick
auf das gegenüberliegende Oberwesel. Musik schallt herauf: Mittelaltermarkt in Oberwesel. Doch ohne Fernglas sind die Gaukler und Ritter in den Gassen des mittelalterlichen Ortes nicht auszumachen.
Auf der Höhe laufe ich über weite Wiesen. An einer Schutzhütte hoch über dem Rheintal führt das „Deutsche Wanderinstitut“ eine Wanderbefragung durch. Ob ich mitmache? Aber klar! Lange brauche ich nicht zu überlegen, ruck-zuck setze ich meine Kreuzchen in den Fragebogen und marschiere weiter – auf das Örtchen Dörrscheid zu. Und hier ist auch endlich eine Möglichkeit zum Einkehren. Eine einfache Hütte im Wohngebiet, aber die Weinschorle ist kühl und lecker, und die Füße danken mir die Pause.
In der letzten Stunde bis zum Zielort Kaub begegnen mir zwei echte Weitwanderer mit riesigen Rucksäcken. Wo die wohl heute noch hinwollen? Ach nein, sie trainieren nur für die geplante Tour Oberstdorf-Meran, erfahre ich. Die letzten Meter bis Kaub geht es mit schweren Füßen durch die Weinberge hinunter. Schön sieht es aus,
dieses Örtchen in der Nachmittagssonne. Und immer wieder der Rhein!
Im Ort kehre ich ein in der Mittelalterlichen Weinstube „Op de Bach“. Nicht ganz billig, aber urig. Der Wirt ist etwas schrullig, dafür schmeckt der Wein umso besser. Laut Wanderführer waren das heute 21 km und 1.385 Höhenmeter – da sag einer mal, es müssen immer die Alpen sein!
Wenn man so wie ich heute am Ende eines perfekten Tages mit bestem Wetter, märchenhaften Ausblicken und knuffigen Wegen nun mit einem kühlen Weißwein in der Hand in die abendliche Sonne blinzelt, braucht man wirklich nichts anderes mehr... Zu Recht also die „Königsetappe“!
Meike Mallach
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14. April 2010
Rothaarsteig: 3. Etappe von Winterberg nach Jagdhaus
Meine 3. Etappe auf dem Rothaarsteig beginnt nach einem ausgiebigen Frühstück. Heute kein Regen (immerhin!), dafür dichter Nebel. Und kalt ist es auch noch: nur 6 Grad Celsius zeigt das Thermometer, zusammen mit einem ordentlichen Wind daher ganz schön ungemütlich. Und das Mitte Mai!
Die St-Georg-Skischanze kurz hinter Winterberg erlebe ich also im Nebel, ebenso den Kahlen Asten ca. 1 Stunde später. Schade. Hatte mich so auf den Aussichtsturm hier gefreut, aber bei dem Wetter braucht man da nicht hinauf. Also nur schnell Postkarten kaufen und weiter.
Auch die wunderschöne Heidelandschaft rund um den Kahlen Asten herum bietet bei gutem Wetter sicherlich fantastischen Rundumblick, etliche Rothaarsteigliegen und -Bänke laden zum Pausieren ein.
Heute sind sie und der große Besucherparkplatz hier oben nahezu verwaist.
Ein bißchen später und einige Höhenmeter tiefer reißt es dann doch noch auf. Ach, wie schön! Wandern mit Ausblick und idealerweise auch noch in der Sonne macht doch deutlich mehr Spaß.
Beim Blick vom Ort Langewiese zurück ist nach einiger Zeit sogar der Astenturm zu sehen. Jetzt ist er frei von Nebel – Pech, zu spät!
Zwei nette Einkehrmöglichkeiten liegen heute auf meinem Weg: Die gemütliche „Hohenleyer Hütte“ ein Stück hinter der Ortschaft Langewiese erinnert von der Optik und der Speisekarte her stark an eine Alm in den Alpen. Später folgt dann noch das Café Kühhude. Kuchenfreunde sollten also noch Platz im Magen lassen.
Im Wald gabelt sich der Rothaarsteig: Die Talvariante führt über die Ortschaften Schanze und Latrop. Ich wähle die Kammvariante und komme auf dem weiteren Weg an den Skulpturen im Wald vorbei.
Kunst im Wald? Naja, wer's mag... Beeindruckend sind die Gebilde in jedem Fall. Genauso wie die Hängebrücke, die unmittelbar danach folgt und welche „Wandersfrau“ unbedingt mal ausprobieren muß – ein Gaudi!
Kurz darauf ein rot-weißes Absperrband quer über dem Weg: Forstarbeiten. Man hört in einiger Entfernung die Motorsägen kreischen. Ein Umweg für uns Wanderer ist aber nicht ausgeschildert und weit und breit zeigt sich keine Alternative. Etwa zurück?? Nö! Also – zack – durch und weiter auf dem Rothaarsteig. Die Motorsägen bleiben die ganze Zeit auch schön auf Abstand, gut so.
Hier allerdings noch der Hinweis: Diese „Absperrband-missachtende“ Methode ist natürlich nicht zur Nachahmung empfohlen... :-))
Ab nun zieht sich der Weg etwas. Die toll klingende „Millionenbank“, an der Tal- und Kammvariante des Rothaarsteiges wieder zusammentreffen, entpuppt sich nur als eine weitere Schutzhütte und hat so gar nichts glamouröses an sich. Dafür ist das heutige Tagesziel, der Ort Jagdhaus,
nun nicht mehr weit. Nach einer kleinen Schleife erklimme ich direkt vor Jagdhaus noch einmal die Höhe und werde mit einem tollen Panoramablick über Löwenzahnwiesen hinweg auf die Berge des Rothaargebirges belohnt.
Schöner Abschluss für einen schönen Wandertag – der allerdings mit 29 km und etlichen Höhenmetern auch recht lang war. Am Ende war auch ich Unermüdliche froh,
den „Schäferhof“ zu sehen, meine heutige Unterkunft und mein absoluter Geheimtipp für alle, die in Jagdhaus übernachten wollen. Selten hab ich mich so behaglich und pudelwohl in einer Unterkunft gefühlt. Das Motto: „Du denkst, Du bist auf der Alm“ paßt genau.
So muß Urlaub sein!
Meike Mallach
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29. März 2010
Rothaarsteig: 2. Etappe von Willingen nach Winterberg
Gestern noch strahlender Sonnenschein, heute Dauerregen – so kann's gehen! Schon in der Nacht war das Regenplätschern zu hören, am Morgen regnet es dann immer noch und der Himmel ist grau in grau. Aber was soll's: So kommen jedenfalls mein Regencape und (Premiere!) die neuen Gamaschen zum Einsatz.
Um 9:20 Uhr ist Abmarsch beim Hotel in Willingen zur 2. Etappe: Über den Rothaarsteig-Zuweg geht es durch den Wald immer hinauf zum „Richtplatz“. Kein Ranger, kein anderer Wanderer scheint unterwegs:
denen regnet es wohl zu sehr. Dabei ist die Wanderung heute trotz des schlechten Wetters – oder gerade deswegen? - richtig schön. Zwar herrscht keine Sicht (was wirklich schade ist, denn heute stehen u.a. der „Langenberg“ und der „Clemensberg“ auf dem Programm), aber die Stimmung ist geradezu mystisch. Nässe, Nebel, Einsamkeit, urwüchsige Landschaft und ein Prasseln, Rauschen, Tropfen - - und das ewige Quietsch-Quatsch meiner Schuhe.
Den „Langenberg“, den höchsten Punkt am Rothaarsteig, erlebe ich im Nebel, von Erhabenheit ist da heute jedenfalls nichts zu spüren. Aber natürlich gibt's das obligatorische Erinnerungsbild
(mit Selbstauslöser, ist ja niemand sonst unterwegs). Sehr gut gefällt mir das Naturschutzgebiet „Neuer Hagen“ ein wenig später, die Heidelandschaft hat einen rauhen Charme. An schönen Tagen muss es hier ein Paradies sein, heute pustet mich der kräftige Wind über die Fläche. Mit meinem Regencape segele ich geradezu darüber hinweg. Eine Rast auf der Rothaarsteigliege oben am „Clemensberg“ (dritthöchster Berg am Rothaarsteig)? Ach nee, heute lieber nicht! Zu ungemütlich!
Ein ganzes Stück laufe ich nun schon parallel mit dem „Uplandsteig“... das muss auch ein toller Rundweg sein! Vielleicht irgendwann einmal...
Es folgt die Hoppeckequelle,
dann weiter durch den Wald hinauf zum Hillekopf, bevor es hinab durch den stillen Ort Küstelberg geht. Der Regen wird immer stärker – da ist es gut, daß mein heutiger Zielort Winterberg nicht mehr fern ist. Auf die Ruhrquelle werfe ich nur einen kurzen Blick im Vorübergehen – von Wasser hab ich heute genug!
Obwohl auch auf dieser Etappe die Landschaft wunderschön und die Bezeichnung „Premiumwanderweg“ dem Rothaarsteig alle Ehre macht, bin ich froh, als Winterberg endlich in Sicht kommt.
Noch einmal geht es kurz und knackig bergab und bergauf, dann stehe ich in der knuffigen Ortsmitte von Winterberg. Im meinem Hotel können Regencape und Wanderstiefel trocknen, während ich mich bei leckerer Torte in der urigen Konditorei des Ortes über weitere (mit Zuwegen) ca. 24 gelaufene Kilometer auf dem Rothaarsteig freue – und (durch den Regen) über ganz besondere Wandererfahrungen auf dem „Weg der Sinne“.
Meike Mallach
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22. März 2010
Rothaarsteig: 1. Etappe von Brilon bis Willingen
Blauer Himmel, Sonnenschein. Perfektes Wanderwetter für die erste Etappe auf dem Klassiker „Rothaarsteig“. Abmarsch um 8:30 Uhr, ich bin so früh, dass überall noch sonntägliche Stille herrscht. Dafür begegnen mir kurz nach Brilon noch Fuchs und Reh im Wald.
Nach 2 km habe ich mich gleich das erste Mal verlaufen: An der Möhnequelle (die erste von ziemlich vielen Quellen, die mir auf dem gesamten Weg begegnen sollen) habe ich nicht aufgepasst und bin – schwupps – verkehrt! Ich habe mich allerdings ziemlich schnell gewundert,
dass gar keine Rothaarsteig-Markierungen mehr zu sehen waren, welche zahlreich und gut sichtbar den Wegverlauf markieren und einem von weitem schon entgegenleuchten – und nun kam nix mehr! Also kurz wundern, umgekehren und daher bald wieder auf Kurs. Schön!
Ich bin vom Weg begeistert!
Da haben sich die „Macher“ des Rothaarsteiges wirklich etwas einfallen lassen. Tolle Streckenführung und zum Teil knuffige kleine Wege. Die erste Einkehrmöglichkeit, an der ich vorbeikomme, die „Hiebammen-Hütte“, hat noch geschlossen – ich bin zu früh am Tag unterwegs. Aber es gibt ja die Rothaarsteig-Liegen, bequem und an den schönsten Stellen aufgestellt, fast immer mit Aussicht. Da kann sich „Wandersfrau“ drüber freuen!
„Borbergs Kirchhof“: Ein paar Mauerreste, alte Grabsteine und ein Kirchlein mit weitem Blick ins Tal.
Heute liegt alles still im Sonnenschein, Gruseln kommt erst gar nicht auf. Die angekündigte Kletterpartie über den bald folgenden „Ginsterkopf“ ist eher unspektakulär (hat nix mit wirklich Klettern zu tun), wenn auch der Weg klasse und die Aussicht umwerfend ist. Der „Umweg“ lohnt sich also.
Die Mittagsrast halte ich auf einer weiteren Rothaarsteigliege in der Sonne mit Blick hinüber zu den imposanten
„Bruchhausener Steinen“. Ich telefoniere kurz mit Zuhause und mache die Daheimgebliebenen ein bisschen neidisch... Dann geht's weiter.
An der „Feuereiche“ soll an Wochenenden und bei gutem Wetter (beides heute vorhanden) meistens ein Rothaarsteigranger vor Ort sein. Heute scheint da eine Ausnahme zu sein, ich bekomme nicht den kleinsten Uniformzipfel zu sehen. Schade. Beim Aufstieg zu den „Bruchhausener Steinen“ entscheide ich mich für die Sommervariante „oben drüber“ und bekomme von den Steinen zunächst leider nicht viel zu sehen, dafür viel Wald und eine Seniorenwandertruppe: „So eine hübsche, junge Frau läuft hier alleine durch den Wald? Und wenn die Räuber kommen?“ - Na, vielen Dank jedenfalls für die „hübsche, junge Frau“!
Etwas später finde ich dann doch noch einen Weg (quasi hintenherum) auf den „Feldstein“, eine kleine Kletterpartie im Fels mit anschließendem Gipfelkreuz und grandioser Rundumsicht. Leider weiß ich nicht,
welches welcher Berg ist und keiner guckt hier oben nett genug zum Fragen.
Die nächsten Kilometer bis zum „Richtplatz“ ziehen sich ein bisschen. Am „Richtplatz“ selbst begegne ich dann endlich einem Rothaarsteig-Ranger, allerdings bereits ins Gespräch vertieft mit einer wandernden Männergruppe. Da mag ich mich nicht einmischen und hoffe eben darauf, bei anderer Gelegenheit mal wieder auf einen Ranger zu treffen. Wirklich schmucke Uniform!
2 km sind es vom „Richtplatz“ dann noch über den Rothaarsteig-Zuweg bis hinunter nach Willingen ins Hotel. Für heute reicht es auch, ca. 24 km waren es insgesamt (kleine „Umwege“ nicht mitgerechnet). Im Hotel gibt es als Belohnung Kaffee+Kuchen auf der Terrasse, und in der Sonne kann man wunderbar den wunderschönen Wandertag auf einem echten „Premiumweg“ Revue passieren lassen ...
Meike Mallach
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15. März 2010
Rheinsteig: Kiedrich bis Wiesbaden
Wander-Auszeit und Mini-Urlaub: Ich bin unterwegs auf dem Rheinsteig, eine 2-Tages-Tour von Kiedrich bis Wiesbaden mit Übernachtung im altehrwürdigen Schlangenbad. Via S-Bahn, Regionalexpress und Bus geht es ins hübsche Weindorf Kiedrich; die Anreise ist etwas umständlich, aber es funktioniert! Mit meinem großen Trekkingrucksack komme ich mir richtig weltmännisch vor.
Kiedrich um die Mittagszeit liegt verschlafen da. Daß dies gegen Abend auch schnell mal anders sein kann, weiß ich aus eigener Erfahrung: Hier locken etliche urige Straußwirtschaften mit gemütlichem Ambiente und leckeren Weinen... also in jedem Fall für einen Besuch empfehlenswert!
Nach Durchquerung des alten Dorfkerns geht es bald steil hinauf zur Burgruine Scharfenstein.
Kiedrich zu Füßen hat man von von hier aus einen schönen Blick über die Rheinebene. Kurz darauf folgt man dem Rheinsteig durch den Weinberg der Ehe (Heiratswillige: aufgepaßt!), eine kuriose Einrichtung der hiesigen Gemeinde, und dann: weiter hinein in den tiefen, tiefen Taunus. Für Nicht-Wald-Fans wie mich nicht sehr spannend... Allerdings folgt ein sehr schöner Rastplatz an der Apfelbaum-Allee und später ein Wassertretbecken am Wegesrand für müde Wanderer-Füße.
Schööön!
Ankunft in Schlangenbad:
Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Gebäude und die überwiegende Zahl der Besucher sind dementsprechend bejahrt. Im Kurpark findet noch Tanztee statt, die Kapelle greift mächtig in die Tasten. Das hat schon irgendwie Charme! Ich schaue mir mal das hiesige Thermalbad an und genieße den Abend mit Schwimmen und Sauna (sehr empfehlenswert!), ein gutes Kontrastprogramm zum Wandern.
Ein leckeres Abendessen mit einem trockenen Riesling runden den Tag ab.
Die Nacht ist ruhig, draußen vor dem Fenster rauschen leise die tiefen Taunuswälder...
Nach dem Frühstück geht es weiter. Vor dem Schlangenbader Brunnen
muß noch schnell ein Foto sein, dann ist Abmarsch angesagt.
Diese Etappe des Rheinsteiges hat nun wirklich alles: tiefste Taunus-Wälder, Wiesen, Felder, Weinberge, verträumte Ortschaften und gegen Ende der Tour den Rhein ganz hautnah.
Besonders schön: der Ort Frauenstein. Kleiner Abstecher auf die Burgruine, anschließend steiler Aufstieg zum Spitzen Stein (Goethestein) mit weitem Blick über die Weinberge und den Rhein.
Von nun an geht es nur noch abwärts, dem Rhein und Wiesbaden entgegen. Erst durch Weinberge, dann durch Kleingärten geht es hinunter zum malerischen Schiersteiner Hafen und an den Rhein. Die letzten Kilometer bis zum Ende (oder Anfang?) des Rheinsteiges
beim Wiesbadener Schloß Biebrich bleibe ich dem Rhein nun ganz nahe.
Am Schloß (das sich leider wegen Renovierungsarbeiten recht verhüllt zeigt) hole ich mir den letzten Stempel in mein Büchlein und ein riesengroßes Eis zum Abschluß:
Das waren aber mal zwei schöne Tage!
Und sicherlich nicht die letzten für mich auf dem Rheinsteig - das ist ein wirklich toller Fernwanderweg!
Meike Mallach
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09. März 2010
NaturTour Nidda
Der Name ist Programm: Wer Natur pur liebt,
der wird hier fündig. Gleich zu Beginn geht es aufwärts – auf dem „Eichköppel“ belohnt ein wunderbarer Blick übers Land, anschließend folgt stille Idylle im gleichnamigen Naturschutzgebiet.
Nach der Überquerung des Eichelbaches (sehr malerisches Brückchen)
geht es hinein in den Wald. Sehr viel Wald! Das muß man schon mögen – ich persönlich mag es nicht so sehr. Die ausgeschilderte Verlängerungsrunde verläuft bis oberhalb des Dorfes Michelnau und an dem dortigen Steinbruch mit seltenem roten Tuffstein vorbei (Geologen aufgepaßt!). Ich bin in dieser Hinsicht ein Banause – und wanderte nach einem prüfenden Blick weiter. Der Rückweg nach Eichelsdorf verläuft überwiegend am Waldrand entlang, in der Ferne sind an klaren Tagen Feldberg und Münzenburg zu sehen.
Die Beschilderung der gesamten Strecke ist vorbildlich! Im Wald hängt fast an jedem zweiten Baum die entsprechende Markierung... Verlaufen nahezu unmöglich! Lediglich die Wege sind teilweise sehr „natur“ und so zugewuchert, dass ich trotz der hochgelobten Beschilderung einige Markierungen übersehen habe...
Klasse sind die ergonomisch geformten Liegen,
welche an einigen Stellen die „normalen“ Sitzbänke abgelöst haben und vom Rothaarsteig her bekannt sind.
Schöne Runde - aber der Vogelsberg kann eindeutig mehr!
Meike Mallach
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05. März 2010
Geheimtipp P5
Mitte August brach ich an einem Samstag mit drei Freundinnen zum Premiumwanderweg P5 nach Wanfried auf. Wir wollten den östlichsten Zipfel Hessens entdecken und hatten einen Wander-Pocket Guide dabei, der Premiumwege im Werratal detailliert beschreibt. So wurde uns die Orientierung leicht gemacht - auf Anhieb fanden wir den Startpunkt, einen Wanderparkplatz. Wirklich ein idyllisches Plätzchen mit ausreichend Bänken und Tischen für ein gelungenes Picknick. Also ließen wir uns erst einmal Antipasti, frisches Brot und Kaffee bei wunderschönem Wetter und einer tollen Aussicht auf das Renaissance-Städtchen Wanfried schmecken. Ein guter Auftakt, wie wir alle fanden.
Unsere Wanderstrecke führte uns bergan über sonnige, weite Wiesen
und dann in den schattigen Wald. Schon bald kamen wir in den Elfengrund mit dem gleichnamigen Wasserfall. Über bemooste Baumstämme plätschert hier mystisch und sanft der Gatterbach. Eine Infotafel
über Flora und Fauna und eine kleine Aussichtsplattform machten unseren Abstecher zu diesem romantischen Ort perfekt. Feuersalamander konnten wir zwar nicht entdecken, haben aber trotzdem viele Fotos gemacht.
Dann ging es Richtung Plesse-Turm leicht, aber stetig bergan. Am Wegesrand beeindruckten uns Kalkfelswände und verschlungene Baumwurzeln
und schließlich endete auf einer Anhöhe der Wald. Wir standen plötzlich auf einer sonnendurchfluteten Lichtung. Von hier aus blickten wir weit bis nach Thüringen und freuten uns über die Blütenvielfalt der Wiesen, die wir nun durchwanderten. Schmetterlinge flogen umher und gelb-schwarz gemusterte Spinnen, die ich noch nie gesehen hatte, spannen ihre Netze von Blüte zu Blüte.
Danach erreichten wir bald den hölzernen Plesse-Turm.
Erst einmal hinauf und den faszinierenden Blick auf Wanfried, das Rittergut Kalkhof, das Meißner-Massiv, die Eschweger Leuchtberge und den Werratalsee genießen! Mit dem Fernglas erkannte man dort sogar die vielen Segelboote. Am Fuß des Turmes legten wir eine kleine Rast ein,
und das Weitergehen fiel ein wenig schwer, weil wir uns von der schönen Aussicht kaum trennen mochten. Aber wir hatten von insgesamt neun Kilometern nur noch zwei vor uns, bevor wir nach rund vier Stunden über bergab führende Waldpfade wieder den Parkplatz erreichten. Eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Route mit gut verteilten und verschiedensten Highlights – darüber waren wir uns alle einig.
Im historischen Werrahafen in Wanfried, der „Schlagd“, ließen wir bei Kaffee und Kuchen unseren Ausflug ausklingen. Den dort 2009 neu entstandenen Kneipp-Pfad der Sinne haben wir leider nicht mehr besucht – ein Grund mehr, wieder zu kommen!
Anett Reyer-Günther
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01. März 2010
WeitblickTour Ulrichstein
Ulrichstein in der höchstgelegene Ort im Vogelsberg. Doch nicht nur das: Ulrichstein punktet auch mit einer wunderschönen Burganlage auf dem 614m hohen Schlossberg, von welcher man nicht nur das malerische Städtchen zu Füßen, sondern auch eine spitzenmäßige Aussicht in den Vogelsberg hat.
Doch von alledem sehe ich als Wanderer zunächst einmal nicht viel, als ich die „WeitblickTour“ am Lindenplatz am Ortseingang von Ulrichstein starte. Zunächst führen die Markierungen aus dem Ort hinaus, durch das lauschige „Gründchen“ und über freie Wiesen hinauf zum „Burgblick“.
Bis es danach für eine ganze Weile durch den Wald geht, habe ich immer wieder wunderbare Ausblicke auf das malerisch gelegene Ulrichstein. Die komfortablen „Waldsofas“ laden an den schönsten Stellen zum „einfach-daliegen-und-schauen“ ein... und werden ausgiebig von mir genutzt.
Die Erweiterungsrunde führt in weitem Bogen durch Wald und Felder. Teilweise ist es hier ganz schön einsam! Wo der Weg wieder auf die Originalstrecke trifft, am nördlichen Ende der Tour, macht die Route ihrem Namen mit einem sensationellen Weitblick alle Ehre: So bietet sich für mich der schön angelegte Rastplatz „Dicke Steine“ (...von denen ich allerdings nicht viel sehe) zu einer ausgedehnten Pause mit Fernblick an.
Nach Durchquerung eines weiteren Wäldchens, dem „Eckmannshain“, folgt nun der direkte Kurs auf Ulrichstein.
Das Ziel immer vor Augen, führt der Weg (später als kleiner Pfad) auf Ulrichstein zu und hinauf zur Burgruine, von der aus der eingangs beschriebene Rundumblick genossen werden kann...
Hat man sich irgendwann sattgesehen – und das kann dauern! - , geht es in wenigen Minuten hinab in den Ort und zurück zum Ausgangspunkt.
Eine absolut lohnenswerte Rundtour, schön angelegt und vorbildlich markiert!
Die Verlängerungsrunde macht allerdings nur Sinn für „Kilometerfresser“ (wie ich es einer bin), welche unter 20 km normalerweise gar nicht erst loswandern. Erlebnistechnisch gesehen bringt die Verlängerung gar nichts, die „Highlights“ liegen auf der Originalstrecke.
Meike Mallach
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24. Februar 2010
Unterwegs auf der
Paukenschlag! Eine Tour zum "sich-in-diese-Region-verlieben"!
Gemächlich geht's am Parkplatz Hoherodskopf los - und gleich erstmal in die dortige Touristinfo hinein: Sehr empfehlenswerter Besuch – auch für Wanderer wie mich, die gerne schon mal ungeduldig mit den (Wander-)Hufen scharren. Denn dort gibt es neben Postkarten, Wanderkarten und Stempelpässen auch noch den passenden Stempel zur Tour - und sehr nette Mitarbeiter, welche sich Zeit nehmen und viel über Land und Leute zu berichten haben.
Dann aber wirklich los. Zunächst über die Markierung "H" Höhenrundweg Richtung Taufstein und "Bismarckturm", einem gemauerter Aussichtsturm im Wald. Leichtes Gruseln im Inneren des Turmes, denn hier ist es ziemlich düster und durch die kleinen Fensterschlitze fällt nicht wirklich viel Licht herein. Aber oben dann tolle Rundumsicht, also ein lohneswerter Aufstieg.
Der weitere Weg führt an den idyllisch gelegenen Fischteichen vorbei
(ab hier dann Markierung „GipfelTour Schotten"), durch lichten, schönen Wald und später dann auf kleinen, verwunschenen Pfaden. Gipfelstürmer aufgepasst: Sogar ein Gipfelkreuz ist dabei: Es steht auf dem 663 m hohen "Gackerstein", meinem nächsten Ziel. Und immer wieder grandiose Fernblicke - die für mich heute jedoch leicht getrübt sind, denn es ist ziemlich dunstig.
Nicht getrübt sind jedoch meine Blicke während des gesamten Streckenverlaufes auf die jeweils nächste Markierung: Vorbildlich beschildert schängelt sich der Weg nun zunächst bergab durch den Wald, über viele Kuppen und
Weiden, auf freiem Feld warten dann bereits die nächsten Aussichtspunkte „Schottenblick" und „Platte". In der Ferne grüßen – heute im Dunst – der Taunus mit dem Feldberg und die Frankfurter Skyline.
Im idyllisch gelegenen Dörfchen Busenborn
(kilometermäßig wäre hier ungefähr Halbzeit) besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Ich jedoch bin Rucksack-Selbstversorger und von meiner Wirtin gut ausgestattet worden mit einem Lunchpaket. Daher mache ich es mir obernhalb von Busenborn auf einer Bank in der Sonne (natürlich mit einem weiterem Rundum-Blick) gemütlich. Die Stärkung kommt sehr gelegen, denn hinter Busenborn führt die Markierung mich nun wieder ganz schön hinauf! Das lohnende Ziel, welches auf den letzten Metern fast schon alpin anmutet (Gipfelstürmer nochmals aufgepasst!), ist der 666m hohe Bilstein. So einen tollen Felsengipfel hätte ich hier ja nun nicht erwartet! Für ein paar Minuten habe ich diesen Panoramagipfel ganz für mich alleine und genieße Wind, Sonne, Einsamkeit und lasse meinen Blick einfach weit, weit schweifen.
Dann höre ich Stimmen, die nächsten Ausflügler nahen – tja, einen so tollen Platz hat man eben selten für sich alleine...
Das letzte Stück der Etappe zurück zum Ausgangspunkt führt noch einmal durch etwas Wald und dann als schöner Ausklang durch die mit wilden Blumen
und Kräutern übersäten Wiesen und Weiden am Hang des „Höchsten im Vogelsberg", dem Hoherodtskopf. Ein würdiges Finale. Hier rodelt im Winter eine ganze Generation den Hang hinunter – heute ist nur Stille und Natur mit einigen wenigen Wanderern.
Oben am Parkplatz des Hoherodtskopfes angekommen, ist es mit der Stille jedoch wieder vorbei. Im Klettergarten, auf den Spielplätzen und den Ausflugslokalen ist wie immer jede Menge los.
Dennoch: Eine wunderschöne und abwechslungsreiche Runde mit etlichen Panorama-Ausblicken – wer sie nicht kennt, hat etwas verpasst!
In meiner persönlichen Hitliste ganz weit oben mit dabei.
Meike Mallach
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25. November 2009
Die Murgleiter
3. Etappe von Forbach nach Gernsbach
Am 15.11.2009 startete der Schwarzwaldverein Rastatt und Umgebung mit 14 Teilnehmern die dritte Etappe der Murgleiter. Mit von der Partie waren 8 Wanderer, die die ersten beiden Etappen bereits erfolgreich erwanderten. Bei leicht kühler Witterung durchschritt man das neue Westwegportal in Gausbach und begab sich auf die 24 km nach Gernsbach.
Nach einer kurzen Einlaufphase führte der Weg steil aufwärts zum Latschigfelsen.
Das Wetter wurde immer besser und bescherte den Wanderern eine tolle Aussicht in Richtung Zielpunkt Gernsbach.
Nach kurzer Pause ging es nun steil bergab und gleich weiter bergauf in Richtung Hohe Schar. Eine Teilnehmerin meinte, der Wanderweg hätte doch gleich als Höhenweg gelegt werden können, ohne uns bergauf und bergab zu schicken. Verdutztes Schweigen… dann die Antwort: dann würde der Weg ja nicht „Murgleiter“ heißen!
Außerdem hätten wir die kleinen, verwunschenen Pfade unterwegs nie kennengelernt. Normale Wanderwege kann jeder laufen, dieser ist aber was Besonderes! Auf dem Weg hinunter nach Reichental kam die Gruppe an den Heuhüttentälern vorbei. Auf die Frage, wie Reichental zu seinen Namen gekommen sei, erfuhren wir, dass es früher hieß: „ Reich an Tälern“ So entstand der Ortsname Reichental.
Am Waldmuseum mitten im Ort wurde Mittagspause gehalten. Inzwischen schien die Sonne. Gut gestärkt hieß es nun schon wieder den Berg hinauf zu wandern. Vorbei an der Fatimakapelle ging es nun teils auf alpinen Pfaden zum Rockert und zur Elsbethütte. Von dort hatte man eine grandiose Fernsicht.
Inzwischen sah man schon bis zu den Pfälzer Bergen.
Auch Schloss Eberstein rückte immer näher. Doch zunächst mussten die Wanderer einen langen, und zum Teil auch steilen Abstieg nach Obertsrot bewältigen, der zwei Teilnehmern so in die Knie ging, dass sie mit der Stadtbahn die letzten Kilometer bis zum Ziel fuhren.
Wie gut, dass die Murgleiter eben immer wieder abwärts führt, damit die Möglichkeit zum Abbrechen gegeben ist. Die anderen stapften, inzwischen auch schon müde, den letzten Anstieg zum Gernsbacher Schloss hinauf.
Nun war das Ziel zum Greifen nahe. Noch ein kleiner Abstieg, eine schöne, fast ebene Runde durch den Wald und dann durch das ersehnte Portal am Gernsbacher Krieger Denkmal.
Stolz und müde durften 8 Teilnehmer ihre Urkunde als Anerkennung der erwanderten Murgleiter in Empfang nehmen. Die anderen waren nicht minder stolz. Denn auch, so das Fazit der Gruppe, diese letzte Etappe war nicht leicht.
Dieser Wanderweg sollte aber unbedingt weiterempfohlen werden.
Anneli Kraft
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16. November 2009
Wandern ist doch ganz nett!
Ich reite, ich schwimme, ich spiele Tennis und mache ganz viele andere Dinge! Doch eines habe ich bisher, wenigstens in der Familie, nicht gemacht! Nämlich Wandern!
Letztes Wochenende war es soweit. Meine Eltern überraschten uns mit dem Plan, eine Wanderung zu machen. Es sollte auf den Bergener gehen. Hört sich spektakulär an, dachten sich mein jüngerer Bruder und ich. So stimmten wir spontan zu und machten uns samstags auf den Weg. Richtung Losheim. Schon mal gehört, irgendwann in der Schule, in Heimatkunde. Girtenmühle? Nie gehört. Aber als wir ankamen, natürlich mit Proviant versorgt, war es schon ganz nett. Kein Betrieb, wenig Autos auf dem Wanderparkplatz.
So marschierten wir los. Vorbei an Pferdekoppeln, das war schon ganz nach meinem Geschmack, dann im tiefen Wald. Mein Bruder blieb etwas zurück. Er versorgte sich mit dem nötigen Baumaterial, um sich einen Wanderstock zu schnitzen. Danach viel Wasser. Ein kleiner Bach war unser ständiger Wegbegleiter, dann noch mehr Wasser, an einem schönen kleinen Weiher. Kleine Pfade, echt klasse. Dann noch ein paar Stege, überhaupt nicht langweilig. Die ersten Kilometer hatten wir wohl schon hinter uns, dann stellte sich der Hunger ein.
Das Wetter war auch schön, halt wie im Herbst, wenn die Sonne leicht durch die bunten Bäume scheint. Ca. zwei Stunden gelaufen. Am Waldrand entlang, der Hunger wurde noch größer, erstmals spüre ich auch meine Beine. Mein Bruder rennt unentwegt mal nach vorne, dann ins Unterholz und wieder zurück. Naja, der ist jünger! Ich überlege, was uns noch erwartet.
Da ist er plötzlich, unser Rastplatz. Schöne Bank, fast zum Hinlegen. Super Ausblick! Mein Vater verteilt die Brotzeit, meine Mutter schänkt den heißen Tee ein. Lecker! Pausen sind doch immer etwas besonderes. Nach dreißig Minuten geht’s weiter.
Von meinem Bruder seit einer Viertel Stunde keine Spur. Der springt schon wieder durchs Gebüsch und braucht Bewegung. Komisch, auch ich freue mich. Voller Erwartung, wie es denn nun weitergeht auf diesem Weg. Meine Beine gewöhnen sich, ich betrachte die Natur, mein Vater erklärt mir dies und das, meine Mutter ergänzt. Auch ich habe mittlerweile einen Stock in der Hand. Nicht so groß wie der meines Bruders, aber doch ganz hilfreich bei dem ein oder anderen Anstieg.
Laufen, schauen, manchmal auch staunen. Wandern ist doch ganz nett, denke ich. Und ohne es zu merken, gelangen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt. Ich schaue auf meine Uhr, eigentlich zum ersten mal seit ....5 Stunden. So schnell vergeht die Zeit!
Leonie W., 13 Jahre
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23. Oktober 2009
Der Wald lockt zum Wandern ...
Die Natur bietet uns jetzt bei einer Herbstwanderung durch bunt gefärbte Wälder ein tolles Farbspektrum. Genießen Sie diese Tage mit allen Sinnen!12. Oktober 2009
Die Murgleiter
Ein Premiumwanderweg mit hohen Ansprüchen an die Wanderer.
Der Schwarzwaldverein Rastatt und Umgebung stellte den frisch überarbeiteten Wanderweg Murgleiter seinen Mitgliedern und interessierten Gästen mit den ersten zwei Etappen vor. Die erste Etappe von Baiersbronn nach Schönmünzach begannn für 10 unerschrockene Teilnehmer/innen bereits zu „früher“ Morgenstunde mit einer Bahnfahrt durch das Murgtal bis nach Baiersbronn. Gut gelaunt nahm man dann den Spaziergang durch den Ort und den Anstieg als „Einlaufstrecke“ an. Am Portal gab es dann bereits die ersten Ahh… und Ohh ob der schönen Aussicht. Das Wetter - es lag Rauhreif auf den Wiesen - dazu ein strahlendblauer Himmel, verhieß der Wandergruppe eine ereignisreiche Tour von 25 km. Wer hatte denn da geschummelt? Es waren ein paar km mehr.
Die Strecke um den Rinkenberg und durch das Tonbachtal war einfach nur zum Genießen. Nun ging es dann in den hinteren Bereich des Tales, entlang des Tonbaches, der mal links und mal rechts zu sehen war, vorbei an einem Wildgehege und schließlich stetig bergauf in Richtung Überzwercher Berg. Nach diesem Aufstieg war allen mächtig warm geworden. Auf der Höhe konnten sich die Wanderer auf verschlungenen Pfaden mit herrlich weichem Untergrund erholen.
Ein kurzer Halt am Hirschstein war genauso selbstverständlich, wie das Betrachten der alten Grenzsteine. Die Mittagsrast war am Huzenbacher Seeblick eingeplant, doch durch den mittlerweile sehr schön und gemütlich hergerichteten Platz war der Andrang sehr groß. Doch die anwesenden Wanderer rückten alle ein wenig zusammen, und so konnte auch unsere Gruppe sich ausruhen.
Nach einem weiteren, kurzen Anstieg ging es in einem sanften Bogen bergab und bereitete den alpinen Abstieg zum Huzenbacher See vor. Dieser war eine echte Herausforderung für die Gruppe. Nachdem alle heil unten am See angekommen waren, ging es nach kurzer Verschnaufpause hinunter in Richtung Silberberg.
Der schöne Blick hinunter ins Tal und eine Wassertretstelle am Wegesrand konnten die Wanderer nicht aufhalten.. Nach kurzer „ Überlegung „ entschloss man sich lieber nicht die Füße zu kühlen, sondern den Weg nach Schwarzenberg über den Schlossberg und abenteuerlichen, aber urigen Pfaden fortzusetzen.
Wer nun gedacht hatte, das Tagwerk sei getan, wurde noch einmal auf seine Kondition hin geprüft. Denn noch einmal führte der Weg durch den Wald steil bergauf, dann entlang am oberen Ortsrand von Schwarzenberg und durch den Wald immer wieder leicht steigend in Richtung Schwarzenbachquelle.
Wie schön wäre es gewesen, wenn beim Abbiegen der Murgleiter vielleicht ein kleiner Hinweis, dass es noch ein paar Meter geradeaus und dann wieder zurück zum Abzweig gewesen wäre um zur Quelle zu gelangen, gestanden hätte! So konnte die Quelle leider nicht besichtigt werden. Nach einem angenehmen Abstieg wieder zurück in die Gefilde von Wiesen und Weiden kam die Gruppe schließlich an“ Löwens’ Panoramastüble „ an. Welch ein grandioser Ausblick am späten Nachmittag.! Alle Anstrengungen des Tages waren mit einem Male vergessen und jeder genoss diesen herrlichen Blick. Konnte doch gesagt werden : Schaut mal, dort hinten liegt Baiersbronn von dort über die Höhen und durch die Täler sind wir bis hierher gewandert. Die letzte Etappe war nach einer guten Stärkung und Erholzeit nur noch eine „ Kleinigkeit „ wobei auch dieser Weg wieder seine Reize hatte. In Schönmünzach gerade noch so die Bahn erwischt, fuhr man mit dem Fazit -eine tolle, anstrengende aber überaus sehenswerte Etappe - müde nach Rastatt zurück. Allerdings wollte jeder am nächsten Tag die zweite Etappe mitwandern.
Die zweite Etappe von Schönmünzach nach Forbach
Am nächsten Morgen, diesmal etwas später, standen tatächlich alle Teilnehmer/innen vom Vortag und noch sieben weitere Wandersleut’ am Rastatter Bahnhof zur zweiten Etappe bereit. Diesmal fuhr man bis Schönmünzach. Die Etappe , so hieß es, sei etwas „erholsamer“ weil kürzer. Und noch eine überaus positive Nachricht überbrachte die Wanderführerin: Die neue Wegführung vom Kraftwerk Raumünzach zur Schwarzenbachtalsperre war kurz vorher fertiggestellt worden. Die Gruppe konnte sie einweihen.
Aber zunächst gab es diesmal nur eine sehr kurze „Einlaufphase“ bevor es gleich hinauf ging. Man blieb, oben angekommen, gerne stehen, um nicht einen Blick nach vorn, sondern zurück in den Ort und hinunter ins Tal zu werfen - sehr lohnenswert! Immer weiter den Berg hinauf auf schönen Pfaden in Richtung Schurmsee führte nun die Route. Auf einem breiten Weg wanderte man durch die Wälder in Richtung Kirschbaumwasen. Und wieder wurden die Teilnehmer von Kleinoden am Wegesrand und tollen Blicken hinunter nach Kirschbaumwasen überrascht.
Schließlich konnte man durch die Bäume Raumünzach schimmern sehen. Die Spannung wuchs, wie lief es sich auf der veränderten Wegführung. Nun , am Kraftwerk angekommen führte der Weg nun nicht mehr nach rechts, sondern zunächst ganz harmlos nach links, am Raumünzacher Wasserfall vorbei – zur Zeit leider nur mit wenig Wasser präsent – dann gemütlich weiter entlang der Raumünzach und schließlich nach Erbersbronn. Der Weg hinunter, über den Bach und über die Landstraße hatte schon was. Solche Wege findet man nicht oft. Tja, und dann kam auch für diesen Tag die Stunde der Wahrheit!
Auf verschlungenen Pfaden ging es nun steil hinauf immer in Richtung Schwarzenbachtalsperre. Auf der Höhe angekommen erschienen dann erst mal ein paar Fragezeichen auf den Gesichtern:“Wie? Es geht ja wieder hinunter?“. Ein schöner breiter Weg führte nun abwärts. Doch als der Lärm der Motorräder schon sehr präsent wurde, bekam der Weg ein völlig anderes Gesicht. Es konnte auf der alten Talsperrenstraße, inzwischen ein Naturpfad ,der seine besonderen Reize hatte, gewandert werden. Nun ging es am Rande des Steinbruchs weiter mit einem Blick auf die imposante Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre, mit ca. 2km Länge der größte Stausee im Nord- und Mittelschwarzwald. Einige Teilnehmer kannten diese Seite gar nicht und waren sehr verblüfft von dem, was sie zu sehen bekamen. Der Aufstieg zur oberen Plattform wurde mit dem Wissen der darauf folgenden Mittagspause recht schnell bewältigt
Nachdem man sich ausgeruht und gestärkt hatte nahm man die letzten 7 km bis zum Etappenziel in Forbach in Angriff.
Ein breiter Weg verlief zunächst um den Berg, dann abwärts, vorbei an Felsformationen wie den Stürmerfels und schließlich als schmaler Pfad hinunter bis kurz vor das Naturfreundehaus. Die Wegführung zeigte aber nach links und überraschte mit einem sehr schönen Waldlehrpfad, abwechslungsreich und kurzweilig. Schließlich konnte durch die Bäume hindurch Forbach ausgemacht werden.
Beeindruckend war dann auch die Überquerung der Fallleitungen, die das Wasser von der Talsperre ins Forbacher Rudolf-Fettweis-Werk bringen. Schließlich erreichte die Gruppe die kleine Kapelle am oberen Rande von Forbach. Nun hieß es nur noch den letzten Kilometer bis hinunter ins „ Dorf“ und den Gang über die berühmte Holzbrücke zu genießen. Müde , aber glücklich über die gelungene 2. Etappe mit ihren interessanten Eindrücken, die doch ganz anders als die vom Vortag waren, fuhr man mit der Stadtbahn zurück nach Rastatt.
Auf die Frage, wann die 3. und letzte Etappe erwandert werden soll, hieß es, wenn das Wetter mitspielt, am 15. November2009! Klar doch, dass alle unbedingt wieder mitlaufen wollen.
Fazit der Gruppe: Ein wirklich gerechtfertigter Premium – Wanderweg, der Viel von den Wanderern abverlangt, sie aber mehr wie reichlich belohnt !
Anneli Kraft
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05. Oktober 2009
Erste Hochzeit auf dem Liebesbankweg in Hahnenklee!
Am 29. August heiratete das erste Pärchen in luftiger Höhe auf dem Liebesbankweg. Die beiden sind schon früher immer gerne dort gewandert und liebten den schönen Ausblick an der Hütte. Nun gehen sie gemeinsam Ihren Weg durchs Leben und werden sicherlich an jedem weiteren Hochzeitstag ihre Wanderung zum Liebesbankweg unternehmen.23. September 2009
Idesbachpfad
Wir starten an der Hessmühle in Rehlingen-Siersburg. Wie in vielen Gegenden hat sie als Mühle ihre Bedeutung verloren und ist heute ein Restaurant, in dem eine gehobene Küche gepflegt wird. Ein schöner Biergarten lädt im Sommer am Idesbachpfad ein. Am Hessbach entlang gehen wir auf Itzbach zu. Dort ist eine eindrucksvolle Kirche sowie ein Schlösschen derer von Itzbach zu finden. Nach einigen Kilometern haben wir den Anstieg zum Limberg erreicht. Auf der Höhe liegt das Dörfchen Oberlimberg, das mit einem langgestreckten schönen Gebäude aus der "französischen Zeit" aufwartet. Wir gehen jedoch unterhalb dieses Dorfes am Hang über einen schmalen Pfad, der manchmal Schluchten überquert und einige Aufmerksamkeit erfordert, bis zur Höhe der Riesenbuchen.Der Abstieg ins Tal mit einer Schleife am Talboden bietet eine Bodenform, auf der man flotten Schrittes die restlichen Kilometer zurücklegen kann. Der interessierte Wanderer kann sich in Gedanken mit der Geschichte der im Umkreis liegenden Dörfer befassen. Wallerfangen am Limberg ist eine uralte Siedlung, wie auch Rehlingen-Siersburg: hier siedelten bereits die Kelten (s. auch Druidenpfad) Funde aus der Römerzeit sind keine Seltenheit – so in Dillingen-Pachten. Der Wanderer von heute, der weder Kälte noch Regen mehr fürchten muss, preist sich glücklich, hier und heute zu leben. Mit wunderbaren Natureindrücken haben wir diese Wanderung beendet.
Von Gisela Schönborn
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18. September 2009
Wanderwetter!
Der Sommer meldet sich zum Wochenende zurück! Ideales Wetter, um die Wanderschuhe zu schnüren und einen der vielen einladenden Premium-Wanderwege kennenzulernen. Genießen Sie das schöne Wetter bei einer Wanderung mit Freunden, der ganzen Familie oder entspannen Sie allein in der wunderschönen Natur. Der Wald lockt mit schönen herbstlichen Farben und reichlich frischer Luft.30. Juni 2009
Liebesbankweg-Geschichten
Die kleinen Wanderer haben Ihre ganz eigenen Geschichten vom Liebesbankweg in Hahnenklee zu erzählen.Wir machen mit unseren Eltern wieder Urlaub am Bocksberg. Bei unserer Wandergruppe sind fünf Kinder, wir haben sehr viel Spaß. Papa hat am Tor der Liebe von mir und Leonie Fotos gemacht. Wenn wir auf der Hochzeitsbank sitzen könne wir die Tiere in der Sonne beobachten, wie sie im Wald spielen.
(Adrian, 5 Jahre)
Mein Papa hat Urlaub. Mama und Papa und ich sind nach Hahnenklee gekommen. Am Morgen, da schien die Sonne, da sind wir zum Bocksberg gegangen. Wir wollten im Wald die Tiere sehen. Auf einmal waren da ein Papa und eine Mama mit den Kindern. Wir sind zusammen weitergelaufen, das war toll. Die Eltern und die Jungs wollten zum Tor der Liebe gehen. Mein Papa hat die dann fotografiert, die haben sich geküsst. Alle zusammen haben wir uns auf die Hochzeitsbank gesetzt. Die Jungs sind meine Freunde geworden. Wir hatten viel Spaß und kommen bald wieder.
(Hanna, 4,5 Jahre und Schwieger-Omi Gerti aus Hamburg)
Mama, Papa, meine Schwester Loni und ich haben uns schon so lange auf den Urlaub am Bocksberg im Harz gefreut. Hier haben wir Kinder nämlich immer viel Spaß. Wir wandern gerne im Wald und gucken ob wir Tiere sehen können. Dieses Mal sind wir durch das Tor der Liebe den Liebesbankweg lang. Das war vielleicht lustig, da sind ganz viele Bänke mit Figuren. Meine Loni hat sogar ihren Freund auf der Liebesbank geküsst; ich glaub die sind verliebt. Und eine Bank heißt Hochzeitsbank. Zum Glück schien an diesem Tag die Sonne, als wir mit unseren Eltern da waren.
(Saskia, 3 Jahre)
Meine Eltern sitzen gern auf der Hochzeitsbank und beobachten im Wald die Tiere. Die Sonne scheint und während wir Kinder Spaß haben, planen Mama und Papa den nächsten Urlaub am Bocksberg. Und wenn ich wieder in der Vorschule bin, werde ich über den schönen Harzurlaub und das Tor der Liebe erzählen.
(Leonie, 5 Jahre)
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30. Juni 2009
Mit viel Power Berg rauf und Berg runter – Trekking statt faulenzen
Nicolas Henn (13 Jahre) wanderte mit seinen Freunden den Hüttenwanderweg im Biosphärenreservat Bliesgau (Saarland). Lesen Sie hier, was die vier an diesem Tag erlebten.
Normalerweise treffen wir uns immer im Chat und mailen hin und her, mit viel Futter relaxt vorm Bildschirm. Vor ein paar Tagen war Schluss damit, ich habe meinen Freunden Feuer unterm Hintern gemacht und mit ihnen den Hüttenwanderweg unter die Füße genommen. Zuerst haben wir vier, das sind Marie, Anne, Norman und ich, unsere Rucksäcke mit Proviant gefüllt, damit wir unterwegs nicht schlapp machen. An einem Mittwoch gegen 13 Uhr haben wir uns am historischen Waschhaus in Oberwürzbach auf den Weg gemacht.
Nach der Anglerhütte im schönen Laichweihertal kam gleich das große Stöhnen, denn der Aufstieg zum Eichertsfelsen ist granatenmäßig steil und wir kamen alle gleich ins Schwitzen. Oben angekommen, nahmen wir die kleine Buntsandsteinhöhle näher unter die Lupe und krochen in die kleinen dunklen Gänge. Die Höhle ist mini, ungefährlich und trotzdem gruselig. Von hier oben, hat man auch einen tollen Ausblick auf die Angelweiher mit Hütte im Tal.
Nach kurzer Rast ging es weiter über den Berg, vorbei an der Schopphübelhütte, die gerade aufgemacht hatte, ins Wiesental bei Hassel. Wir marschierten weiter durchs Wiesental vorbei an Pferden und urigen Hochlandrindern bis zum Wanderparkplatz am Hochscheid. Ab hier hieß es wieder den Berggang einlegen und hoch zum Christkönigsbrunnen und weiter zum Horstenbrunnen, der sehr leicht über einen kleinen Verbindungspfad zu erreichen ist. Deshalb unser Geheimtipp: nicht auf dem Hauptweg bleiben, sondern am Christkönigsbrunnen links abbiegen und am Berghang weiter zum Horstenbrunnen und von dort über die schönen Treppen wieder bergauf zum Hauptweg.
Am Horstenbrunnen haben wir uns natürlich noch in das Wanderbuch vom „Wanderhans“ eingetragen, das dort in einem kleinen Holzkasten aufbewahrt wird. Nach einer weiteren Viertelstunde kamen wir an den Hainbuchenbrunnen, der wie der Name schon sagt unter Hainbuchen vor sich hin plätschert. Nach einer kleinen Rast auf der Bank ging es weiter bergauf bis zum Hof Hochscheid. Die Wanderhütte hat leider nur an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Im Schaukasten lasen wir noch, dass im Sommer alle paar Wochen sonntags im Biergarten Jazzmusiker aus dem Saarland für Unterhaltung sorgen.
Unser Weg führte nun zum Glück bergab bis zur Weidenberghütte, an der wir uns auf die schönen Bänke mit Tisch warfen und unseren Proviant auspackten. Also wirklich, das Wandern macht schon ganz schön hungrig und vor allem durstig. Zum Glück hatten wir genügend Apfelschorle, Brezeln, Äpfel und Müsliriegel dabei, sodass wir nicht den Hungertod fürchten mussten.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es steil bergab an einem alten Grenzstein vorbei talwärts. Bevor wir die schöne Grotte im Langental erreichten, kamen wir noch am Brunnen im Saulager und am Rotsoligbrunnen vorbei. Unterhalb der Grotte liegt ein kurioser Brunnen, der Martin-Sprengard-Brunnen, der aufgrund des natürlichen Drucks wie ein Geisyr in unregelmäßigen Abständen Wasser in die Luft sprüht. Ein paar Minuten von der Grotte entfernt liegt die Hütte des Wandervereins Frohsinn am Ortsrand von Oberwürzbach.
Da es schon später Nachmittag war, kehrten wir hier ein und tranken eine ordentlich große Coca Cola. Von der Hütte aus führte uns der Weg oberhalb des Ortes vorbei am Friedhof über den sogenannten „Ho-Chi-Min-Pfad“ zurück ins Laichweihertal und wieder zum Waschhaus. Nach rund vier Stunden über Stock und Stein waren wir ganz schön k.o. und sind wieder mit dem Ingo-Bus zurück nach St. Ingbert gefahren. Uns hat die Wandertour allen gut gefallen und wir waren einstimmig der Meinung, dass das nicht unsere letzte gemeinsame Tour war.
Nicolas Henn (13 Jahre)
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19. Juni 2009
Der einen fliegen lässt
(Manuel Andrack | wanderwunder.de) Ich wanderte mit meinem besten Freund Markus auf dem Traumpfad Wolfsdelle an einem wunderbaren Frühsommertag. Die Wolfsdelle befindet sich am Rhein südlich von Koblenz. Und schon nach anderthalb Kilometern genossen wir atemraubende Ausblicke über den alten Vater Rhein. Hinüber zur anderen Rheinseite nach Braubach und zur Marksburg. Zur Mündung der Lahn in den Rhein, von mir seit heute das “Kleine deutsche Eck” getauft. Sogar bis zur Festung Ehrenbreitstein, die sich mächtig über Koblenz erhebt, schweifte unser Auge. (Weiterlesen unter wanderwunder.de)17. Juni 2009
Reizvolle Pfade, bizarre Felsen
Wandern ist „in“. Die Bewegung in der Natur macht Spaß, ist gesund und hält fit. Im Saarland und den angrenzenden Regionen kann man reizvolle, abwechslungsreiche Touren unternehmen, etliche davon wurden in jüngster Zeit bundesweit ausgezeichnet. Unsere Region ist aber auch ein Genießerland. Essen und Trinken haben einen hohen Stellenwert. Schön, wenn man beides verbinden kann. In unserer Serie „Wandern und genießen“ stellen wir, unterstützt von der Tourismuszentrale Saarland (TZS), attraktive Wanderungen und von uns ausgewählte Tipps zur Gastronomie vor. Heute: Die Kirkeler Tafeltour und eine Einkehr in Ressmann’s Residence.
Ein strahlend blauer Mittwoch im Juni. Wir haben Urlaub. Kirkel döst in der Mittagssonne, die Straßen sind menschenleer. Der Turm der Kirkeler Burgruine im Ortsteil Neuhäusel weist uns den Weg, dieser riesige Bleistift, der mit der Spitze nach oben in der Erde steckt. Los geht’s unterhalb der Burgruine, an „Lottchens Dorfkrug“. Ein Stück durch die engen Gassen und dann steil bergan in den Wald. Rasch schnellt der Puls in die Höhe, doch dann haben wir es auch schon geschafft.
Jetzt schlängelt sich der Pfad mehr oder weniger eben am steilen Hang parallel zur Straße unten im Tal zwischen Kirkel und Lautzkirchen durch den Mischwald. Eine herrlich schattige Strecke für sonnige Tage. Eine Karte braucht man nicht, die Kochmütze weist den Weg durch eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete des Saarlandes rund um Hirschberg (381 m) und Hutschucker Kopf (351 m). Das idyllisch gelegene „Rehbrünnchen“ ein paar Schritte abseits des Weges lädt zu einer ersten Rast ein, wir nehmen einen kräftigen schluck aus der Wasserflasche.
Bald ist der Wendepunkt der Tour erreicht, der Pfad wird enger und abwechslungsreicher, windet sich, häufig von Steinen und Wurzeln durchsetzt, auf der anderen Seite des Berges am Hang des Frauentales entlang. Farne kitzeln die Waden, abgefallene Äste knacken unter den Wanderschuhen. Urplötzlich taucht er auf, wie aus dem Nichts: der Frauenbrunnen, eine breite Buntsandstein-Wand, aus der, je nach Wetter und Jahreszeit, Wasser sprudelt oder tröpfelt. Dieser mystisch-romantische Ort, der den Kelten als Kultstätte diente, bietet sich als Rastplatz an.
Frisch gestärkt steht dann kostenlose Nachhilfe auf dem Wanderplan: Der Geologie-Lehrpfad mit verschiedenen Gesteinstypen und Info-Tafeln, von Buntsandstein und Muschelkalk bis Quarzit und Dolomit. Es folgt ein kurzes Stück über bequeme Wege und dann geht’s, mit Spannung erwartet, links ab in den beliebten Kirkeler Felsenpfad. Willkommen in einer anderen Welt. In zahlreichen engen Kehren kraxeln wir über Stock und Stein, bestaunen bizarre Buntsandstein-Formationen. Hier reckt sich eine schlanke Kanzel in die Höhe, da ragt ein mächtige Platte über den Weg, wenig später werfen wir einen Blick in eine kleine Höhle. Ein faszinierendes Spiel von Formen und Farben: Scharfkantig oder rund geschliffen, grau und grün, braun, rot und gelb leuchten die bis zu 200 Millionen Jahre alten, verwitterten Sandstein-Gebilde in der Nachmittagssonne. Und sie tragen Namen wie „Unglücksfelsen“, „Hollerkanzel“ oder „Froschmaul“. Spaziergänger, Wanderer und Kletterer trifft man hier, die dieses Wunder der Natur genießen.
Durch den Wald führt der Pfad nach unten zur Burgruine. Und wenig später sitzen wir auf der großzügigen Sommerterrasse in Ressmann’s Residence, wo man auch übernachten kann. Günter Ressmann hat den Steinbackofen eingeheizt, serviert knusprige Flammkuchen mit Speck und Pilzen. Danach laben wir uns an einem Riesenscampi auf Wildreis und als Hauptgericht wartet saftiges Roastbeef mit mediterranem Gemüse – schöner kann ein Wandertag nicht ausklingen.
Von Thomas Reinhardt
Saarbrücker Zeitung (09.04.2009)
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17. Juni 2009
Mittendrin im Blumenmeer
Wandern ist „in“. Die Bewegung in der freien Natur macht Spaß, ist gesund und hält fit. In unserer Region gibt es viele attraktive Wanderwege. Und auch das kulinarische Angebot kann sich sehen lassen. Schön, wenn man beides verbinden kann – so wie auf der Bliesgau Tafeltour, die 16 Kilometer lang durch das neue Biosphären-Reservat führt. Zu unserer Serie „Wandern und genießen“ wird, unterstützt von der Tourismus Zentrale Saarland (TZS), im Herbst ein Buch im Gollenstein Verlag Merzig erscheinen.
Oben auf der Höh’, rund um die Bliesgau-Dörfer Herbitzheim, Wolfersheim, Ballweiler, Erfweiler-Ehlingen und Wittersheim, erstreckt sich ein lang gezogenes Waldgebiet. Die Bliesgau Tafeltour, das zeigt ein Blick auf die Karte, durchquert an einigen wenigen Stellen den Wald, schlängelt sich ansonsten kilometerweit an Waldsäumen entlang und gibt den Blick frei auf Streuobstwiesen, Felder und die Bliesgau-Täler und -Hügel dahinter. Zur Obstbaumblüte sind wir diese Tour noch nicht gewandert, aber dafür einmal im Mai und einmal im Juni. Das erste Mal mit ganz vereinzelt blühenden und das andere Mal mit üppig blühenden wilden Orchideen (Knabenkraut). Einmal mit und einmal ohne rot leuchtende Mohnblüten. Und jedes Mal mit saftig grünen Wiesen, in denen neben den Orchideen diverse Pflanzen in vielen Farben blühen. Wir starten am Bürgerhaus in Herbitzheim, wandern zunächst ein gutes Stück durch den Ort (die Kochmütze weist den Weg) und steigen dann berghoch. Oben auf dem Feld angekommen, ziehen uns prächtige rote Mohnblüten in ihren Bann. Übers offene Feld erreichen wir den Schornwald, biegen nach rechts ab und folgen auf einem Pfad dem Waldsaum. Dann tauchen wir zum ersten Mal in den Wald ein, kommen an mächtigen, mit Lianen bewachsenen Bäumen vorbei. Durch Fichtenforst und Buchenwald, dann wieder am Waldrand vorbei mit schönem Blick auf Wolfersheim kommen wir auf einen reizvollen Pfad, der sich durch verwilderte Steinbrüche schlängelt. Bald darauf kühlen wir uns Arme, Füße und Gesicht – am Kneippbecken am Waldrand von Ballweiler. Nun geht es ein größeres Stück durch den Wald, allerdings meist dicht am Rand vorbei, zum Teil auf einem Waldlehrpfad. An der Schornwaldhütte vorbei überqueren danach die Landstraße, treffen auf einen Wiesenweg und steigen leicht bergauf zum Waldrand. Es folgt der Wanderparkplatz an der Krehberghütte, bald danach geht’s sanft bergab in eine Senke. Am Waldrand vorbei und ein Stück bergan durch den Wald stoßen wir auf die alte Römerstraße. Über Felder geht es auf der Höhe mit wiederum schönen Ausblicken zurück Richtung Herbitzheim. Wer jetzt hungrig ist, hat mehrere Möglichkeiten. Wir entschieden uns zuletzt für Hämmerle’s Restaurant in Blieskastel-Webenheim. Das ist eine der besten Adressen im Land (unbedingt vorbestellen!), wo wir bei Cliff und Stephanie Hämmerle und ihrem Team köstlichen Bachsaibling, zartes Bliesgau-Lamm und aromatischen Ziegenkäse genossen. Ein Erlebnis.
Von Thomas Reinhardt
Saarbrücker Zeitung (06.04.2009)
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